Erwerbungsförderung

Auf den Spuren Caspar David Friedrichs

Das Pommersche Landesmuseum Greifswald erwirbt das Gemälde „Ruine Eldena mit Hütte im Mondschein“ von Carl Gustav Carus von 1819/20. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf.

Carl Gustav Carus, Ruine Eldena mit Hütte im Mondschein, 1819/20
Carl Gustav Carus, Ruine Eldena mit Hütte im Mondschein, 1819/20

Das Pommersche Landesmuseum Greifswald besitzt eine umfangreiche Sammlung norddeutscher romantischer Malerei und kann einige Hauptwerke des gebürtigen Greifswalders Caspar David Friedrich präsentieren. Schon lange wünschte man sich in Greifswald ein Werk von Carl Gustav Carus (1789–1869), das seine Freundschaft mit Caspar David Friedrich dokumentiert. Aus dem deutschen Kunsthandel gelang jetzt der Ankauf von Carus’ Gemälde „Ruine Eldena mit Hütte im Mondschein“ von 1819/20 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder. Weitere Unterstützer sind die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Sparkasse Vorpommern und die Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft.

Das künstlerische Werk des Malers, Naturwissenschaftlers und Arztes Carl Gustav Carus stand in den ersten Schaffensjahren unter dem Einfluss von Caspar David Friedrich. Die Künstler pflegten regen Austausch und widmeten sich mehrfach den gleichen Themen und Motiven. Als Carus 1819 auf den Spuren des Freundes nach Rügen reiste, besuchte er am Abend des 13. August die bei Greifswald gelegene Ruine des Klosters Eldena, die sich ihm als „eins der reizendsten Bilder darstellte, die bis dahin mir vorgekommen waren“. Vor Ort entstand eine Bleistiftzeichnung der gotischen Ruine mit einer davor liegenden Hütte – Carus’ Zeichnung ähnelt Caspar David Friedrichs Sepiazeichnung der Ruine Eldena von 1814, welche Carus vermutlich bei Friedrich in dessen Dresdner Atelier in Vorbereitung der Reise gesehen hatte. Unmittelbar nach Rückkehr von der Reise gab Carus 1819/20, auf der Grundlage seiner Bleistiftzeichnung, die Eindrücke von der Klosterruine in dem Gemälde „Ruine Eldena“ wieder.

Später schuf Carus eine weitere Fassung dieses Motivs, die er Goethe schenkte. Auch wegen des lokalen Bezugs zur Ruine Eldena ist das Werk für das Pommersche Landesmuseum Greifswald ein großer Gewinn. Das aus der Freundschaft und künstlerischen Nähe von Carl Gustav Carus und Caspar David Friedrich erwachsene Werk ergänzt und bereichert die Sammlung des Pommerschen Landesmuseums. Dort wird es neben einem Hauptwerk der Sammlung, Caspar David Friedrichs „Ruine Eldena im Riesengebirge“ von 1830/34, gezeigt und kann so in Zukunft aufs Schönste die Künstlerfreundschaft der beiden Romantiker in Greifswald illustrieren. Beide zeigen die markante Westfassade des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten, wenige Kilometer von Greifwald entfernt liegenden Zisterzienserklosters. Friedrichs und Carus’ Werke machten die Ruine Eldena Anfang des 19. Jahrhunderts bei den Zeitgenossen populär – und das ehemalige Kloster als Denkmal, das bald in einen Landschaftsgarten einbettet wurde, zu einem beliebten touristischen Ausflugsziel.