Junger Freundeskreis

Art Basel 2015

Auch in diesem Jahr hat der Junge Freundeskreis fünf wissenschaftlichen Volontärinnen aus verschiedenen deutschen Museen den Besuch auf der weltgrößten Messe für zeitgenössische Kunst – der 46. ART Basel – ermöglicht.

Auch in diesem Jahr hat der Junge Freundeskreis fünf wissenschaftlichen Volontärinnen aus verschiedenen deutschen Museen den Besuch auf der weltgrößten Messe für zeitgenössische Kunst – der 46. ART Basel – ermöglicht. Gemeinsam mit dem Vorstand der Kulturstiftung der Länder und einigen Mitgliedern des Jungen Freundeskreises haben sich die Volontärinnen auf eine dreitägige Expedition durch die geballte Vielfalt der zeitgenössischen Kunstwelt begeben.

Der Auftakt der dreitägigen Reise war das Schaulager in Basel. Das Schaulager ist als offenes Lagerhaus konzipiert, und widmet sich auf Grundlage der Sammlung der Emanuel Hoffmann-Stiftung dem Umgang mit zeitgenössischer Kunst, ihrer Konservierung, Erforschung und Vermittlung. Andy Blättler vom Schaulager hat mit seiner Führung durch die aktuelle Ausstellung „Future-Present“, die einen Querschnitt durch die verschiedenen Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart bietet, der kleinen Reisegruppe einen wunderbaren Überblick gegeben und damit einen gelungenen Einstieg für die bevorstehende Art Basel geboten.

Am Dienstagnachmittag öffnete die 46. Art Basel pünktlich zunächst für ein ausgewähltes Publikum ihre Pforten. Jeder Einzelne aus der Gruppe hatte Zeit, sich einen ersten eigenen Überblick über die weltgrößte Messe für zeitgenössische Kunst mit über 220 Galerien aus Amerika, Europa und Asien zu verschaffen. Es gab viel zu entdecken. In Halle 2.1. waren über 160 Galerien der Gegenwartskunst vertreten, die, neben der Präsentation von Galerien wie der 303 Gallery aus New York, künstlerische Arbeiten in den Sektionen Statements und das Feature präsentierten. Die Rubrik Statements zeigte 16 Soloprojekte von jungen, aufstrebenden Künstlern. Im Feature fanden 30 kuratierte Projekte von Künstlern unterschiedlicher Kulturen, Generationen und künstlerischen Ansätzen ihren Platz. In der Halle 2.0 waren die wichtigsten Galerien angesiedelt, die Kunstwerke der modernen Kunst aus dem 20. Jahrhundert präsentierten. Als Beispiele seien Gallery Lelong aus New York oder Marian Goodmann aus London genannt. In der Sektion Unlimited konnten die Besucher der Art Basel Kunst bewundern, die alle Dimensionen eines klassischen Kunstmesse-Stands überstieg. Bereits zum dritten Mal wurde die Unlimited von Gianni Jetzer kuratiert und zeigte 74 innovative Arbeiten überdimensionierter Skulpturen und Gemälde, Video-Installationen und Live Performances. Am Eingang der Unlimited konnten die Besucher beispielsweise Julius von Bismarck unter dem Thema „Egocentric System“ drei Tage lang betrachten, wie er sich auf einer Scheibe gemeinsam mit einem Stuhl, Tisch und Bett dreht. Beim gemeinsamen Abendessen in der Altstadt konnten die Stipendiatinnen, die Mitglieder des Jungen Freundeskreises und der Vorstand der Kulturstiftung der Länder ihre ersten Impressionen über die Art Basel bei entspannter Atmosphäre austauschen.

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Wie in den vergangenen Jahren hatte der Junge Freundeskreis auch in diesem Jahr wieder zwei Kuratoren aus der deutschen Museumslandschaft eingeladen, um die Stipendiatinnen und Jungen Freunde mit einem kunstgeschichtlichen Fokus über die Art Basel zu begleiten. Am Mittwochvormittag beginnt Dr. Tobias Burg vom Museum Folkwang in Essen mit einer spannenden Führung zum Thema grafische Kunst. Innerhalb von zwei Stunden hat Herr Burg der Gruppe einen hervorragenden Überblick über die wichtigen Galerien gegeben, die grafische Kunst präsentierten. Besonders eindrucksvoll war die Radierungsfolge „Der Krieg“ von Otto Dix, die in der Galerie Jörg Maas zum Verkauf ausgestellt wurden.

Die Mittagspause hat unsere Reisegruppe gemeinsam mit vielen anderen Messebesuchern im Pavillon auf dem Vorplatz der Art Basel verbracht. Der Pavillon mit einem Bambusdach, ein Projekt des Künstlers Rikrit Tiravanija, bot den Besuchern kostenfrei frisch gekochtes asiatisches Essen. Frisch gestärkt traf sich die Gruppe um den Jungen Freundeskreis zu einem lebhaften Gespräch mit der Sammlerin Karen Boros. Als VIP Relations Managerin brachte Frau Boros aus Veranstalter-Perspektive den Museumvolontärinnen und den Jungen Freunden die internen Strukturen der Art Basel näher und erläuterte die wirtschaftliche Komponente als weltgrößte Kunstmesse. Nach dem spannenden Gespräch folgte die zweite Führung von Frau Dr. Barbara Engelbach vom Museum Ludwig in Köln. Frau Engelbach zeigte den Stipendiatinnen und Jungen Freunden, welche Bedeutung die Kunstmesse aus kunsthistorischer Sicht hat und trat dabei in regen Dialog mit verschiedenen Galeristen auf der Messe. Der interessante und intensive Messetag wurde abgerundet mit dem Besuch des Sommerfests im VITRA Design Museum im deutschen Weil am Rhein.

Am Donnerstagmorgen fanden sich die Stipendiatinnen und einige Junge Freunde in Riehen ein, um die Fondation Beyeler zu besuchen. Nach einer kurzen Einführung des Kurators Dr. Ulf Küster hatte die Gruppe die Gelegenheit, sich die Paul Gaugin Ausstellung sowie eine weitere Ausstellung der südafrikanischen Malerin Marlene Dumas anzuschauen. Als besonders beeindruckend wurde das Gesamtgefüge zwischen Natur, Kunst und Architektur dieses Ortes wahrgenommen, welches den Besuch der Ausstellungen zu einem besonderen Erlebnis gemacht hat. Der abschließende Programmpunkt der Reise war die Kunstmesse LISTE, die in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum feierte. Die Kuratorin der LISTE, Eva Birckenstock, erklärte der Gruppe, dass sich die LISTE mit der Präsentation von 78 jungen Galerien aus aller Welt als eine jüngere und dynamischere Alternative zur Art Basel versteht. In der Alten Brauerei, dem Veranstaltungsort der LISTE, gab es viele spannende und experimentelle Projekte zu entdecken. Mit vielen neuen Eindrücken aus der Kunstwelt ging nach drei Tagen vielfältigen Programms für die Mitglieder des Jungen Freundeskreises die fünfte Reise zur Art Basel zu Ende. Vor allem die Stipendiatinnen empfanden es als sehr bereichernd, auch die wirtschaftliche Seite des Kunstbetriebs kennenzulernen und nehmen diese Erfahrung in ihre jeweiligen musealen Wirkungsstätten mit.