20 Jahre Kulturstiftung der Länder

20 Jahre Kulturstiftung der Länder. Ein Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Kulturstiftung der Länder im Städel Museum Frankfurt a. M.

Auf Einladung ihres Stiftungsratsvorsitzenden, des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, feierte die Kulturstiftung der Länder am 22. September 2008 ihr
20-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Frankfurter Städel Museum.

Ministerpräsident Roland Koch forderte die Rückkehr der Ausstellungsför­derung, die nach dem Ende des Mitwirkungsabkommens des Bundes an der Kulturstiftung der Länder 2005 auslief:

„Wünschenswert ist, dass die erworbenen Sammlungen öffentlichkeits­wirksam in großen Ausstellungen von nationaler und überregionaler Bedeutung präsentiert werden. Ich habe mich deshalb zusammen mit dem Stiftungsrat der Kultur­stiftung der Länder für die Wiederaufnahme der Ausstellungs­förderung im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der Kulturstiftung des Bundes ausgesprochen. Für dieses Vorhaben sind zusätzliche Mittel in Höhe von einer Million Euro vorgesehen, die der Kulturstiftung der Länder jährlich zur Verfügung gestellt werden sollen. Ich bin zuversichtlich, dass die Länder diese Mittel in ihren Länderhaushalten ab 2009 bereitstellen.“

Isabel Pfeiffer-Poensgen, die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, sagte anlässlich des 20-jährigen Bestehens:

„Seit 20 Jahren fördern die Länder im gesamten Bundesgebiet Erwerbungen von wichtigen Werken der Kunst- und Kulturgeschichte für öffentliche Sammlungen in Museen, Bibliotheken und Ar­chiven. Die Kulturstiftung der Länder hat sich dabei von der einstigen „Einkaufs­­gemeinschaft der Länder“ weiterentwickelt in eine In­stitution, die diese Einrich­tungen anspornt und ermutigt, die hilft, Partner für die Finanzierung ihrer Er­werbungen zu finden, die Gutachter vermittelt und gelegent­lich durch heftiges Studium aller aktuellen Auktionskataloge auch wichtige Hin­weise gibt. Doch nie fördern wir eine Erwerbung alleine: Inzwischen ist ein Netz­werk mit vertrauten Partnern – Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen – entstanden, die uns und den jeweiligen Häusern engagiert helfen. So haben in diesen 20 Jahren die 150 Mio. € der Länder insgesamt 600 Mio. € für Kunstwerke zusammengebracht. Wir werden uns trotzdem in Zukunft Gedanken machen müssen, wie wir trotz galoppierender Kunstmarktpreise unserer Aufgabe gerecht werden können, wichtige Kulturgüter in Deutschland zu halten.“

Im Rahmen des Festakts wurde auch eine Neuerwerbung durch das Städel Museum präsentiert. Die Kulturstiftung der Länder finanziert gemeinsam mit der Hessischen Kulturstiftung und Mitteln aus dem Nachlass Werner Wirthle den An­kauf eines Werks von Claude Lorrain: die Zeichnung „Länd­licher Tanz“  aus dem berühmten „Wildenstein-Album“, einer Sammlung von Zeichnungen, die schon um 1700 angelegt wurde und erst in den 1960er Jahren wieder aufgelöst wurde. Damit bereichert das Städel Museum, das neben vier weiteren Zeichnungen bereits mit „Noli me tangere“ eine wichtiges, spätes Bild des Künstlers besitzt, seine Sammlung um eine kostbares Blatt, das von einzigartigem Erhaltungszustand ist.

Förderung, Erhalt und Vermittlung des kulturellen Erbes in Deutschland und die Er­werbung von bedeutenden Kunstwerken und Kulturgütern – dieser Auftrag steht im Mittelpunkt der Arbeit der Kulturstiftung der Länder. In zwanzig Jahren haben die Länder der Bundesrepublik Deutschland mit ihrer Kulturstiftung der Länder (getragen zunächst von elf, seit 1991 dann von 16 Ländern) ihre Verantwortung für das kulturelle Erbe mit einer ungeahnten Bandbreite und einer Vielzahl an Objekten immer wieder eindrucksvoll bewiesen.

Mit weiteren Initiativen und Projekten engagiert sich die Kulturstiftung der Länder u. a. für die kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche mit ihrer Initiative KINDER ZUM OLYMP!, sie fördert Restaurierungsvorhaben in Museen und Archiven mit ihrem großangelegten Restaurierungsprogramm KuR, das in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der Bundes aufgelegt wurde. Zudem rück­ten verstärkt die Themen Provenienzforschung und Restitutionen in den Fokus der Stiftungstätigkeit. Unabhängig von der auf politischer Ebene disku­tierten Rückführung kriegsbedingt verlagerten Kulturguts in Russland widmet sich die Kulturstiftung der Länder dem Thema der sogenannten Beute­kunst mit der Initiative „Deutsch-Russischer Museumsdialog“ von wissen­schaftlicher Seite. Um die einzigartige Theaterlandschaft Deutschlands zu fördern, hat die Kultur­stiftung der Länder des weiteren mit Kooperationspartnern den Theaterpreis „Der Faust“ ins Leben gerufen, der von ihr auch anteilig finanziert wird.